Inkontinenz – oder Harninkontinenz – bezeichnet den unfreiwilligen Harnabgang. Man schätzt, dass jede zehnte Person in Deutschland von Harninkontinenz betroffen ist. Diese Zahl könnte sogar höher sein, wenn man bedenkt, dass Inkontinenz ein Tabuthema ist, bei dem viele Menschen vor Schamgefühlen den Besuch bei der Gynäkologie bzw. Urologie meiden. Während Harninkontinenz weiter unter Frauen verbreitet ist, können auch Männer betroffen sein.
Obwohl es eine häufig vorkommende Erkrankung ist, kann sie als so störend empfunden werden, dass Betroffene bestimmte Aktivitäten meiden, die Ihre Blase zusätzlich belasten. Glücklicherweise stehen mehrere rezeptpflichtige Behandlungsmöglichkeiten für Inkontinenz zur Verfügung, die bei der Linderung von Symptomen helfen und es Ihnen ermöglichen, Ihren Tag sorgenfrei zu bewältigen.
Harninkontinenz ist unwillkürlicher Urinverlust. Am häufigsten wird es durch die Beckenbodenmuskeln verursacht. Blasenschwäche ist unter älteren Menschen am meisten verbreitet.
Es gibt mehrere Arten von Harninkontinenz, die geringfügig unterschiedliche Symptome aufweisen:
Belastungsinkontinenz kommt am häufigsten vor. Studien haben gezeigt, dass 41% der Frauen, die älter sind als 40, Symptome von Belastungsinkontinenz erleben.
Unterschiedliche Arten von Inkontinenz haben verschiedene Ursachen. Jedoch liegt das Problem normalerweise bei den Muskeln um die Blase: den Beckenbodenmuskeln, den Detrusor-Muskeln und den Schließmuskel.
Stressinkontinenz bzw. Belastungsinkontinenz ist die häufigste Form der Inkontinenz und wird überwiegend durch die Schwächung des Beckenbodens bzw. der Blasenschließmuskel verursacht.
Diese Muskeln unterstützen die Blase und können durch Entbindung oder Altern geschwächt werden. Wenn plötzlich Druck auf die Blase ausgeübt wird (zum Beispiel durch Niesen oder Lachen), ist der Druck stärker als die Kraft, die auf die Muskeln ausgeübt wird, um die Harnröhre (die Röhre, die Urin aus dem Körper austreten lässt) geschlossen zu halten. Dies führt dazu, dass Urin aus der Harnröhre fließt.
Dranginkontinenz wird durch ein Problem mit den glatten Muskeln, die die Blase umgeben und Detrusor-Muskeln genannt werden, verursacht.
Die Funktion der Detrusor-Muskeln besteht darin, sich zu entspannen, damit sich die Blase mit Urin füllen kann, und sich dann zusammenzuziehen, um den Urin herauszulassen, wenn Sie auf die Toilette gehen. Bei Menschen, die unter Dranginkontinenz leiden, sind die Muskeln überaktiv und ziehen sich zu oft zusammen, weshalb Sie häufiger den Drang zum Wasserlassen verspüren.
Dies wird als überaktive Blase bezeichnet. Die Ursache dafür ist unbekannt, doch man glaubt, dass es einen Zusammenhang mit Verstopfung, übermäßigem Alkoholkonsum, dem Trinken von zu viel Koffein, nicht genügende Flüssigkeitsaufnahme oder Erkrankungen der unteren Harnröhre bzw. der Blase (z.B. Harnwegsinfekte) gibt.
Überlaufinkontinenz wird hauptsächlich durch eine Blockade oder Obstruktion verursacht, die Ihre Blasenfunktion beeinträchtigt. Die Blase kann durch Blasensteine, Verstopfung und einer vergrößerten Prostata (bei Männern) behindert sein.
Auch wenn sich Ihre Blase wie gewöhnlich füllen kann, bedeutet die Obstruktion, dass sich die Blase nie komplett leert. Jedoch führt der übrige Harn in der Blase dazu, sich hinter der Obstruktion aufzubauen und daher kommt es zum Auslaufen von Urin.
Dies kann auch durch ein Problem mit Ihren Detrusor-Muskeln verursacht werden, da sie sich nicht vollständig zusammenziehen können und sich daher die Blase nie vollständig entleert. Davon sind vor allem Menschen betroffen, die Nervenschädigungen erlitten haben oder bestimmte Medikamente einnehmen.
Vollständige Inkontinenz gehört zur schwerwiegendsten Art der Inkontinenz, bei der die Blase überhaupt gar keinen Urin lagern kann. Für gewöhnlich liegt die Ursache bei einem Problem mit Ihrer Blase von Geburt an, einer Rückenmarksverletzung oder einer Fistel (ein kleines Loch, das sich zwischen der Blase und den nahegelegenen Bereichen wie der Vagina bilden kann)
Einige Umstände machen Sie anfälliger darauf, Harninkontinenz und Blasenprobleme zu entwickeln:
Das häufigste Anzeichen von Harninkontinenz ist das Auslaufen. Dies kann auftreten, wenn Sie lachen, husten, niesen, Sport betreiben oder einen schweren Gegenstand heben.
Falls Sie an Dranginkontinenz leiden, ist das entscheidende Symptom ein anhaltender und starker Harndrang. Dieser Drang kann auch leichter ausgelöst werden, wie zum Beispiel durch das Hören von fließendem Wasser. Sie können bemerken, dass Sie öfters Wasserlassen müssen – vor allem nachts (Nykturie). Manche Betroffene urinieren auch unerwartet während dem Sex.
Es kommt nicht selten vor, dass Symptome von Mischinkontinenz auftreten, die eine Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz ist.
Andere Symptome sind:
Jedoch gibt es mehrere mögliche Gründe, wieso Sie häufiger Wasserlassen müssen. Daher ist es eine gute Idee, Ihre Symptome ärztlich untersuchen zu lassen.
Vielen Menschen kann es peinlich sein, wegen Inkontinenz ihre Ärztin oder ihren Arzt aufzusuchen. Doch es ist wichtig, dass Sie Ihre Symptome untersuchen lassen.
Zu Beginn werden Sie bei der Untersuchung gefragt, wann und wie Ihre Symptome auftreten. Somit kann ermittelt werden, von welcher Art der Inkontinenz Sie betroffen sind. Es kann sein, dass Sie gebeten werden, ein Tagebuch zu führen, in dem Sie Ihre Symptome schildern (z.B. wie viel Sie trinken, was Sie trinken, wie oft Sie auf die Toilette gehen müssen etc.).
Möglicherweise werden ein paar Tests bei Ihnen durchgeführt, um die potenziellen Ursachen der Inkontinenz zu bestimmen. Dazu gehören:
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Ursache Ihrer Symptome schwerwiegend ist. Um Ihr Leben komfortabel zu führen, sollten Sie sich dennoch untersuchen lassen.
Einige Fälle von Inkontinenz, wie Entbindung und Altern, können nicht vorgebeugt werden. Jedoch gibt es Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um das Risiko der Entwicklung von Inkontinenz zu verringern.
Ihre Beckenbodenmuskeln sind ein wesentlicher Bestandteil der Blasenfunktion. Eine schwache Beckenbodenmuskulatur ist der Hauptgrund für Urinverlust.
Sie sind Muskelschichten, die wie eine Hängematte über das Schambein zum Rückgrat gedehnt sind und können durch Beckenbodentraining gestärkt werden. Sie können Ihre Beckenbodenmuskeln spüren, wenn Sie den Bereich um Ihr Rektum zusammendrücken, und Sie sollten das Gefühl der Muskeln spüren, wie sie nach innen und oben drücken.
Es gibt viele verschiedene Routinen, die Sie ausprobieren können. Wir stellen Ihnen eine einfache Routine vor, mit der Sie beginnen können:
Die Stärkung dieser Muskeln hilft nicht nur bei Ihrer Blasenkontrolle, sondern ist auch vorteilhaft für Ihr Sexleben. Denn Beckenbodenübungen können Orgasmen verstärken und bei Erektionsstörungen bei Männern helfen. Bei Schwangeren können Beckenbodenübungen Inkontinenz, die nach einer Geburt auftritt, vorbeugen.
Sobald Sie sich an die Übungen gewöhnt haben, können Sie sie jederzeit machen, ohne dass Ihre Umgebung etwas davon mitbekommt.
Inkontinenz kann die Lebensqualität von betroffenen Menschen stark einschränken. Jedoch stehen viele Methoden und Therapiemöglichkeiten für Inkontinenz zur Verfügung, die Ihnen helfen können, sich tagtäglich selbstbewusster zu fühlen.
Es gibt mehrere Produkte, die Sie kaufen können, um dem Kontrollverlust ein Ende zu setzen. Diese sind:
Binden oder Tampons sind keine Lösungen für Ihre Inkontinenz und sollten nicht verwendet werden. Denn obwohl sie wie eine billigere Alternative zu Inkontinenzeinlagen erscheinen, verwenden sie nicht die gleiche Absorbtionstechnologie und können Ihre Haut reizen oder, schlimmer noch, Ihre Blase beschädigen.
Blasentraining ist eine Verhaltensstrategie, die mit Zeit und Geduld Inkontinenz-Symptome verbessern kann. Das Ziel ist es, die Anzahl der Toilettengänge, sowie Harndrang und unfreiwilligen Harnabdrang zu reduzieren.
Zum Blasentraining gehört ein festgelegter Plan, wann die Blase entleert wird. Sie und Ihr Arzt entscheiden bestimmte Tageszeiten, in denen Sie die Toilette aufsuchen können. Sollten Sie zwischen den festgelegten Zeiten Harndrang verspüren, wird Ihnen empfohlen, gewisse Techniken zur Unterdrückung anzuwenden (z.B. Entspannungs- oder Kegelübungen).
Nachdem der Harndrang abnimmt, erhöhen Sie schrittweise die Abstände zwischen den festgelegten Toilettenzeiten. Bei richtiger Anwendung dieser Methode können Sie bereits beachtliche Verbesserungen innerhalb von sechs bis zwölf Wochen bemerken.
Falls sich Ihre Inkontinenz durch Änderungen Ihres Lebensstils oder Blasentraining nicht verbessert, sind Sie möglicherweise für eine verschreibungspflichtige Behandlung geeignet.
Die am häufigsten verwendete Gruppe an Arzneimitteln zur Behandlung von Inkontinenz sind die sogenannten Antimuskarinika. Diese Medikamente entfalten ihre Wirkung, indem sie die Muskeln um die Blase entspannen. Somit kann Ihre Blase mehr Flüssigkeit lagern und Sie müssen nicht so oft Wasserlassen. Die häufigsten Arzneimittel dieser Art sind Oxybutynin, Tolterodin (Detrusitol) und Solifenacin (Vesicare).
Falls Sie nicht in der Lage sind, ein Antimuskarinikum einzunehmen (z.B. wenn Sie unangenehme Nebenwirkungen erleben), wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen stattdessen ein Medikament namens Mirabegron verschreiben. Es wirkt ähnlich wie Antimuskarinika, indem es die Blasenmuskeln entspannt.
Alternativ könnte Ihnen auch ein sogenanntes SNRI, wie Duloxetin, verschrieben werden. Am häufigsten wird dieses Arzneimittel zur Behandlung von Gemütsstörungen verwendet, kann aber auch dabei helfen, die Muskeln der Harnröhre geschlossen zu halten.
In Fällen, in denen rezeptpflichtige Behandlung nicht geholfen hat, könnte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt operative Eingriffe in Erwägung ziehen. Es stehen mehrere, unterschiedliche Operationen für alle Arten von Inkontinenz zur Verfügung – sei es . Schlingenoperationen, Bulking agents, Katheter, Botox-Injektionen oder Nervenstimulationen.
Jeder Eingriff ist mit Risiken und Komplikationen verbunden. Daher ist es wichtig, dass Sie ein ausführliches Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt führen.
Sie können bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente gegen Harninkontinenz hier bei euroClinix kaufen. Wir bieten sowohl Detrusitol, als auch Vesicare Tabletten an. Sie müssen nur einen kurzen medizinischen Fragebogen ausfüllen, damit unsere Ärzte Ihre medizinische Vorgeschichte kennen. Sobald Ihre Behandlung genehmigt wurde, erhalten Sie Ihr Wunschmedikament an Ihre Wunschadresse bereits am nächsten Tag diskret geliefert.
Was der Urin über Ihre Gesundheit verrät
Geprüft von Dr. Caroline Fontana9 Gründe, warum Sie ständig urinieren müssen
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